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Archive für 23.1.2011

Seymour Hersh am Sitz von Al Jazeera über Cheney, Obama und die Cliquen

Halbinselwahrheiten

Seymour Hersh am Sitz von Al Jazeera über Cheney, Obama und die Cliquen

Der Recherchier-Journalist der Edel-Zeitschrift The New Yorker, Seymour Hersh hielt am 17. Januar 2011 in Doha, Katar einen Vortrag im Rahmen der Georgetown Distinguished Lecturer Series (1) über US-Politik. Er zeigte sich der englischsprachigen Gulf Times zufolge enttäuscht über Obamas Fortsetzung der Bush-Politik in Nahost und Mittelasien. 

Zahlreiche Vertreter der US-Streitkräfte seien anti-islamisch eingestellt und glaubten sich auf einer Art Kreuzzug. Folter in Afghanistan, Mordkommandos in Pakistan und die fortgesetzte Unterstützung eines israelischen Regimes mit zweifelhaften Absichten seien Probleme, derer sich Obama annehmen müßte. Hersh drückte seine Besorgnis über die Rechtsentwicklung in Israel aus und über den Unwillen der israelischen Regierung, sich mit der Fatah zu verständigen.

Die Ereignisse in Tunesien, so Hersh laut Gulf Times, hätten den Herrschern in der Region einen Höllenschrecken eingejagt. Sie herrschten, weil die USA sie stützten.

In einem Gespräch mit Gulf Times unterstrich Hersh die Bedeutung der in Doha, Katar stationierten Nachrichtenagentur Al Jazeera  mit Fernseh- und Radiosendern in arabischer und englischer Sprache. Al Jazeera, auf Arabisch “die Halbinsel” (1), sei zu empfehlen, so Hersh.

Blake Hounshell gab sich in einem Blog-Eintrag von Foreign Policy empört über einzelne Ausführungen Hershs in Doha, ohne freilich auszuführen, warum. Die US-Außenpolitik, so Hersh laut Hounshell, sei mittels eines neokonservativen Komplotts in Richard Cheneys Büro gekapert worden. Die daran Beteiligten setzten nun unter Obama ihr Werk in “Special Operations” fort.

Nicht nur, daß die NeoCons [die Regierung] übernahmen, sondern wie leicht es ging – wie der Kongreß verschwand, wie die Presse Teil davon wurde, wie die Öffentlichkeit es duldete.

It’s not only that the neocons took [the government]  over but how easily they did it — how Congress disappeared, how the press became part of it, how the public acquiesced.

General Stanley McChrystal, zuvor Leiter des United States Joint Special Operations Command (JSOC) und jetzt US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, sowie sein Nachfolger, Vize-Admiral William McRaven und viele andere im Joint Special Operations Command seien “Mitglieder oder zumindest Unterstützer der Ritter von Malta“, einer römisch-katholischen Glaubenskongregation. Davon wiederum seien viele

Mitglieder des Opus Dei. Sie wissen, was sie tun – und das ist keine untypische Haltung mancher Militärs – es ist ein Kreuzzug, buchstäblich. Sie verstehen sich als Beschützer der Christen. Sie beschützen sie vor den Muslimen [wie vor denen] des 13. Jahrhunderts. Und das ist ihre Rolle. 

Many of them are members of Opus Dei. They do see what they’re doing — and this is not an atypical attitude among some military — it’s a crusade, literally. They see themselves as the protectors of the Christians. They’re protecting them from the Muslims [as in] the 13th century. And this is their function.

Kommentar

Seymour Hersh ist berühmt für seine sorgfältigen Ermittlungen. Was er über Mitgliedschaften in finsteren Cliquen herausgefunden zu haben behauptet, dürfte er belegen können. Freilich haben vor Kurzem schon andere westliche Dunkelmänner, und diese ganz offen, zum Kreuzzug gegen das Böse in der Welt aufgerufen:

Publizistisch führt Rupert Murdoch (Zitate auf Deutsch) weltweit den Kreuzzug an, in Mitteleuropa ist es Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG. Döpfner beendet seinen Grundsatzartikel aus 46 000 Zeichen wie folgt:

Der 11. September war das Menetekel eines Heiligen Kriegs gegen unsere westlich-freiheitliche Lebensform. Entweder wir haben die Symbolik des gefallenen World Trade Centers verstanden und nehmen den Kampf an. Oder wir sind verloren.

Siehe Islamophobie mit weiteren Links.

Unter welchem Label auch immer die Reichen und Mächtigen ihre Verbrechen ausbaldowern mögen: Daß sie ständig Komplotte schmieden und gern dicht halten, stimmt gewiß – und ist doch nur die halbe Wahrheit. Was die westlichen Herrschenden, auch ohne jede Verabredung, zusammenhält, ist der unerbittliche Zwang zur Kapitalakkumultion und zur Sicherung des dafür erforderlichen Rahmens.

Seymour Hersh wird das vielleicht noch begreifen.*

T:I:S, 23. Januar 2011.  Siehe auch den Kurzbericht von The Peninsula, Katar

*Transkript des 1. Teils des Hersh-Vortrags: “We and the Brits always assume some imperial right to oil in the Middle East.”

Anmerkungen

(1) Die School of Foreign Service der jesuitischen Washingtoner Georgetown-Universität betreibt einen Zweig-Campus in Katar.

(2) Gemeint ist die Halbinsel Arabien. Aber auch Katar / Qatar ist eine kleine Halbinsel an der großen arabischen Halbinsel, siehe Karte (zum Vergrößern Karte anklicken).

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/rekatar.htm#Hersh

 

Die neue Macht des Wissens um die eigene Macht – demokratische Weltrevolution

Von petrapez | 23.Januar 2011 um 6:00 Uhr

 

Fremde Länder, fremde Sitten. Von wegen. In Deutschland, Europa, Israel, Algerien, Jemen, Albanien, Tunesien, Jordanien, Mauretanien, Ägypten, Sudan, Nigeria … – in vielen Teilen der Welt kommt es kontinentübergreifend seit Tagen, Wochen und Monaten zu massiven Protestbewegungen, die alle eines gemeinsam haben: in Demonstrationszügen formieren sich die Menschen auf den Strassen und versuchen auf demokratischem Weg ihre Unterdrückerregime, die mit Terror und Korruption ihre Länder ausplünderten, durch Volksvertreter zu ersetzen, die in einer dauerhaften freien Atmosphäre gewählt werden sowie gewaltfrei Reformen durchzusetzen.

Revolutionen und Aufstände und ihre grausame Niederschlagung hat es seit Jahrtausenden gegeben. Verfeindete Herrscher kamen stets schleunigst mit Waffen und Soldaten zur “Bruderhilfe”, wenn es darum ging, die Volksmassen im Zaum zu halten und den Funken des Widerstandes nicht auf das eigene Territorium überschlagen zu lassen. Weiterlesen »

Leila, die Regentin von Karthago

von Freeman am Montag, 17. Januar 2011 , unter | Kommentare (12)

Leila, die zweite Frau des 74-jährigen Ex-Diktators, 20 Jahre jünger als er, wurde von der tunesischen Bevölkerung als “Regentin von Karthago” bezeichnet und war die wirkliche Macht hinter dem “Thron”. Als ehemalige Friseurin aus bescheidenen Verhältnissen, hat sie ihre Familie der Trabelsi mit Intrigen, Skrupellosigkeit und Ehrgeiz zur mächtigsten Clique in Tunesien…

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch http://alles-schallundrauch.blogspot.com/#ixzz1BscrkjCd

 

Albania: Reflections on the Violent Protest in Tirana

Reflections on the Violent Protest in Tirana

Violent anti-government protest in Tirana


Banda crime in Tirana

Though I personally try to bring forth a different perspective of this Albanian reality and life, I obviously do not tend to focus on the worst aspects nor do I want to exalt the evils of our society. But obviously there are harsh realities and issues that still affect us in ways that bring about dire consequences even to our very lives!

The recent violent protest in Tirana, which was interpreted as an attempt to try and overthrow the current government was an extreme example of that harsh reality in Tirana, Albania.

Albanian democracy does not need more martyrs
I would have liked to say that I was the one to say that quote, but nevertheless its truth was harshly realized by the death of three protesters on the street. Albanian democracy is still weak and irresponsible with regard to human life and the well-being of its people. Short-sightedness and selfish gain, continue to plague most of our decision-making be it in the political, social or economic spheres of our society. But further worst is the fact that the development of democracy can be so easily thwarted by acts of violence and the loss of lives!

Use of violence for political goals

 

I am against violence, and more so against the use of violence to further political goals of any political party. But even more so at a time when there is true suffering all around us. A time when the economy is weak and is faced with natural and political catastrophes. But I guess that old saying holds true: the people deserve their leaders! At least the leaders that they choose to follow!It is a historical fact that the poorer social stratas of any society are often misled and misused for political reasons. And Albanian political parties have no problem resulting to violence to sustain their position, be it on the part of the opposition or the current government. The recent protest was a vivid example!

We have not learned from history
There is another saying, which says: “those who do not learn from history are destined to repeat its mistakes”. And for me the violent protest in Tirana is a sad reminder that we as Albanians have a short memory. But even sadder than that is the fact that the same people who got the country in this situation are the same people that we continue to elect and call our leaders. Thus we continue to pay the consequences of bad leadership and forget about what should matter most in terms of the long-term well-being and prosperity of the people.

http://www.albanianblogger.com

and

news.albania.de

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