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Archive für 12.8.2010

Die permanente Kriegs Hetze in Deutschland und warum Politiker im Ausland unglaubwürdig sind

Der Duft des Krieges liegt in der Luft

 

Dieser Tage brachte die “Neue Rheinische Zeitung” einen Artikel von Evelyn Hecht- Galinski, der Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Dieser Artikel setzt sich im wesentlichen mit der Doppelmoral und der Kriegspolitik zionistischer Politiker auseinander.

Propaganda und Lügen aus dem Sommerloch über die Palästinenser.

Von Evelyn Hecht-Galinski 

Beginnen wir mit Außenminister Westerwelle, der sich nicht schämte, das gezielte Töten von „Terroristen“ als legal zu verteidigen. Lieberman lässt grüßen! „Baron Münchhausen zu Guttenberg“ schweigt vornehm, und Kanzlerin Merkel wandert unterdessen – weit ab vom Geschehen - in den Süd-Tiroler Alpen bei den Gebirgsjägern. Man erschauert, wenn 65 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki Kriegseinsätze und Angriffskriege „schöngeredet“ werden.

Haben wir unseren „Quantensprung“ (O-Ton Scharping als ehemaliger Verteidigungsminister) verinnerlicht, dass die deutsche Regierung gezielt Informationen an unsere Verbündeten weitergibt, die dann gezielte Tötungen vornehmen, ohne eine Festnahme auch nur zu versuchen? Ich kann es nur wiederholen: Von Israel und den USA zu lernen, heißt TÖTEN! Trat Bundespräsident Köhler noch zurück, weil er sich „missverstanden“ fühlte nach seinen Äußerungen zu unseren Auslandseinsätzen, nämlich dass wir Kriege nach Wirtschaftsinteressen führen, und dass es natürlich um die Rohstoffe geht, die wir nicht haben, die wir uns aber „aneignen“ müssen. Und wieder möchte ich einen ehemaligen SPD Verteidigungsminister zitieren - nämlich Struck -, der den Afghanistan-Einsatz mit unserer „Freiheit“ schön log, dass damit unsere „Freiheit“ am Hindukusch verteidigt würde.


Jetzt wird dieser Auftrag noch erweitert auf „Frauenrechte“. Anerkennenswert - wenn es denn wirklich um diese ginge. Propagandistisch das Titelbild der neuesten Ausgabe des Time Magazine: Eine Afghanin verstümmelt, mit abgeschnittener Nase und Ohren, natürlich von ihrem Mann, einem Taliban. Selbstverständlich ist das grausam und verachtenswert. Glücklicherweise wurde diese Frau gerettet von unseren westlichen Ärzten und lebt jetzt in den USA. Was will uns dieses schreckliche Bild zeigen? Taliban = Moslem, verstümmelte und entrechtete Frauen - dagegen kämpft das westlich-christlich-jüdische Abendland - also „die Guten“ - als Symbiose, also als Gegengewicht. So einfach ist also die neue - alte Weltordnung! Nicht etwa, dass ich die „verabscheuungswürdigen“ Gewaltexzesse an Frauen und Mädchen schönreden will. Aber in Wirklichkeit scheren „uns“ die Rechte der Frauen doch „einen Dreck“. Warum gibt es in westlichen „Demokratien“ so viele Frauenhäuser und Gewalttaten gegenüber Frauen? Sobald ein Bürger mit Migrationshintergrund in eine Straftat, eine Tötung oder Mord verwickelt ist, sind das „Ehrenmorde“. Bleiben solche Verbrechen „unter uns“, sind das „Beziehungstaten“ oder „Familiendramen“. Brauchen wir also hier etwa auch die Bundeswehr, um hier die „Frauenrechte“ zu verteidigen?

In das gleiche Klischee passt der am 30. Juli in der ARD ausgestrahlte Film „Die Frauen der Hamas“, der diese politisch hoch gebildeten Frauen im besetzten und von Israel immer noch blockierten Gaza-Streifen zu „Gebärmaschinen“ für Märtyrer reduzierte. Aber gerade anhand dieser Frauen - egal ob man sich mit ihrer Ideologie identifiziert oder diese ablehnt - konnte man feststellen, wie der Islam in Wirklichkeit mit den Frauen umgeht. Hier konnte man ein schreckliches Bild von einem israelischen Propagandafilm sehen, gezeichnet von einer israelischen Palästinenserin unter Mithilfe einer weiteren Palästinenserin, die aus Gaza stammt und jetzt in der Westbank lebt. Fatalerweise haben wir inzwischen das Leben der Muslimin auf Burka und Kopftuch reduziert. Sarkozy und Wilders lassen grüßen!

…………..

Collage: Erhard Arendt

Wichtig wäre es, wie das ehemalige Mitglied des Zentralrats, Prof. Verleger, an den Botschafter des Staates Israel, Yoram Ben-Zeev schreibt, etwas Empathie für den mit einer Deutschen verheirateten Firas Maraghy zu zeigen, dessen Familie seit vielen Generationen in Jerusalem lebt, aber als „Staatenloser“ mit Israels Gnaden auf israelische Aufenthalts- und Reiseerlaubnis angewiesen ist und sich vor der Israelischen Botschaft in Berlin in einem Hungerstreik befindet, bis Israel ihm seine Papiere ausstellt. (1)

Herr Kramer, wie wäre es, wenn Sie ihren Einfluss bei Ihren israelischen Freunden spielen ließen? Es sollte doch auch in Ihrem und im Interesse des Zentralrates liegen, wenn der Staat Israel nicht das friedliche Zusammenleben von Juden und Palästinensern durch dieses Verhalten zerstört. In diesem Fall sind Sie ganz persönlich angesprochen, zumal sich dieser Vorgang in Berlin, ganz in Ihrer Nähe abspielt. Es dürfte doch ganz in Ihrem Sinne sein, wenn auch das friedliche Zusammenleben der Völker in Israel und Jerusalem gefördert wird, und die gesamte Familie Maraghy eine dauerhafte, ihr zustehende Aufenthaltsgenehmigung für Jerusalem bekommt. Machen Sie Ihren „freundschaftlichen Einfluss“ geltend! Zeigen Sie Mitgefühl!!

Üben Sie Solidarität mit Firas Maraghy, und sollten Sie sich in Berlin befinden, setzen sich zu ihm. Bestärken Sie damit symbolisch sein Anliegen, zumal er sich auf „Wunsch“ der israelischen Botschaft und unter ausführender Mithilfe der Berliner Polizei nochmals zwanzig Meter von der Israelischen Botschaft entfernen musste, um einen Abstand von 50 Metern zur Botschaft zu erzielen und deren „Würde“ nicht zu stören. An diesem neuen Standort laufen so gut wie keine Passanten mehr vorbei. Ich frage mich, welche Würde will diese Israelische Botschaft eigentlich verteidigen? Die Würde der (palästinensischen) Menschen hat Israel längst in die Wüste geschickt! (PK) 

(1) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15491

Interview mit einer aufrechten Frau: Evelyn Hecht-Galinski 

  Der Zentral Rat der Juden: «Sprachrohr der israelischen Propaganda-Maschinerie»

Deutschland schürt den Krieg in Nahost 

Die Kriegstreiber aus dem Zentralrat der Juden 

Warum schweigt Frau Merkel zu den grausamen Frauen Gefängnissen in Israel 

 

Dieser „Kommentar des Monats August 2010“ der Publizistin Evelyn Hecht-Galinski erschien am 8.8.2010 im Palästina Portal (www.palaestina-portal.eu/). 

http://luzifer-lux.blogspot.com/2010/08/der-duft-des-krieges-liegt-in-der-luft.html#comment-form

Balkan

Wo man die EU schätzt und wo sie nicht ernst genommen wird

Jüngste Umfragen zeigen, dass die EU vor allem auf dem West-Balkan mehr und mehr kühle Ablehnung, ja hohnvolle Verachtung erfährt. Wie es eine Union verdient, die seit mindestens einem Jahrzehnt sich selber und andere über die eigenen Ziele und Prinzipien täuscht. Die Menschen wollen ihre Länder nach wie vor in der Europäischen Union sehen, allerdings nicht um jeden Preis. Dazu ist die EU in ihren Leistungen nicht mehr attraktiv genug, in ihren politischen Methoden zu rüde, zu erpresserisch, zu feige gegenüber Unruhestiftern wie Griechenland.

Donnerstag, 12.08.2010

Selten peinlich: Merkels Masken für Moskau

Moskauerinnen mögen lieber Swarowski-Schutzmasken. Hoffentlich trifft die Berliner Lieferung den Geschmack ... (Foto. Archiv)

Gisbert Mrozek, Moskau. Heute Nacht kommt sie, die Berliner Hilfslieferung, teilt die halbverlassene Deutsche Botschaft stolz mit. 1.250 Atemschutzmasken und 20 “Tragkraftspritzen”. Nicht kleckern, sondern klotzen! Hauptsache rechtzeitig. Wenn das nicht die Wende bringt!
Vor einer Woche teilte Aussenminister Westerwelle mit, man prüfe, wie man Russland gegen die Brandkatastrophe helfen könnte. Kanzlerin Merkel versprach Dmitri Medwedew am Telefon Hilfe. Und dann begann man zu prüfen …Derweil schickt Berlusconi kurzerhand zwei Löschflugzeuge, da es bekanntlich in Russland ja ein wenig an Feuerlöschtechnik mangelt. Kurz danach zog Sakorzy mit zwei Wasserbombern und einem Hubschrauber nach.

Die Aserbaidschaner und die Armenier schickten Feuerwehreinheiten, die Bulgaren liessen sich nicht lumpen. Berlin prüfte derweil sorgfältig.

Das Aussenministerium der grossmächtigen USA teilte mit, man werde ganze 55.000 Dollar spenden, das klitzekleine Estland spendete 100.000 Euro für die Opfer der Brandkatastrophe. Berlin war noch mit Prüfung beschäftigt.

Vor allem aber prüften die deutschen Diplomaten in Moskau sorgfältigst den Thermometerstand und die Luftqualität, erschraken sich dabei so sehr vor den Medienberichten über die Gesundheitsgefahren von Smog und Radioaktivität, dass als erste konkrete Hilfsmassnahme beschlossen wurde, das Botschaftspersonal auszudünnen. (Denn wenn es mal so richtig anfangen würde zu brennen bei Brjansk und der Wind aus Südwest wehen würde, könnte ja wirklich Radioaktivtität in kleinen Dosen auch in Moskau ankommen. Und dann muss man schneller sein, als der Wind.)

Wer nicht zur Kernmannschaft gehöre, solle besser nach Deutschland ausreisen, hiess es. (Schliesslich ist man doch Diplomat und muss sich nicht persönlich für die deutsch-russischen Beziehungen auch noch opfern)

Ungerechterweise wurde diese humanitäre Hilfsmassnahme in manchen Medien als Evakuierung der Deutschen Botschaft missinterpretiert, wobei doch in Wirklichkeit die Kernmannschaft trotz Smog und Hitze heldenhaft und selbstlos weiter die Hilfsmöglichkeiten prüfte.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 1.250 Atemschutzmasken und 20 “Tragkraftspritzen” werden am frühen Freitagmorgen in Moskau eintreffen.

Natürlich generalstabsmässig geprüft und geplant und perfekt getimed: nachdem die russischen, italienischen und französischen Wasserbomber, die 155.000 russischen Katastrophenschützer, die russischen Militärs und die Feuerwehreinheiten aus Armenien, Aserbaidschan und Bulgarien in wochenlangem Einsatz zwischen Moskau und dem Ural die Feuersbrünste stark reduziert haben, sind wahrscheinlich Tragkraftsspritzen genau das, was jetzt noch gebraucht wird, für die entscheidende Feinarbeit.

Der Symbolwert dieser Berliner Geste liesse sich nur noch erhöhen, wenn Guido Westerwelle und Angela Merkel persönlich mit Tragkraftspritze, Feuerpatsche und Atemschutzmaske an die Front gehen würden.

Aber soviel Einsatz entspräche doch nicht der vornehmen Zurückhaltung des deutschen Spitzenpersonals, das degustiert die Nase rümpft, wenn sich wieder einmal dieser Macho-Putin persönlich als Co-Pilot in einem Löschflugzeug betätigt hat.

Das, mit Verlaub, ist doch übelster Populismus! Es ist also nicht zu erwarten, dass Aussenminister Westerwelle morgen früh dem Hilfsflugzeug in Moskau entsteigt.

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