Infos

Sie befinden sich aktuell in den Balkanforum Balkanblog.org Blog-Archiven für den folgenden Tag 7.7.2007.

Links

Archive für 7.7.2007

Serbien: Präsident entschuldigt sich bei kroatischen Kriegsopfern

International
24. Juni 2007, 0:51; Letzte Aktualisierung: 11:14

Eine einmalige Geste in Serbien

Präsident entschuldigt sich bei kroatischen Kriegsopfern

In einer bislang einmaligen Geste hat sich der serbische Präsident Boris Tadic bei den kroatischen Opfern des Kriegs von 1991 bis 1995 entschuldigt. Im Namen des serbischen Volkes entschuldige er sich bei allen Kroaten, die Schaden erlitten hätten, sagte Tadic in einem Interview mit dem kroatischen Fernsehen.

Er übernehme dafür die Verantwortung, sagte Tadic weiter. Es ist das erste Mal, dass sich ein serbisches Staatsoberhaupt für den Krieg entschuldigte, bei dem etwa 20′000 Menschen getötet wurden.

Von Belgrad unterstützte Rebellen hatten 1991 nach der kroatischen Unabhängigkeitserklärung einen Drittel der kroatischen Gebiete besetzt. Dabei vertrieben sie die nicht-serbische Bevölkerung. Die Präsidenten Kroatiens und Serbien-Montenegros, Stipe Mesic und Svetozar Marovic, hatten sich schon 2003 für die in dem Krieg begangenen «Übel» entschuldigt.

(sda/bosl)

Boris Tadic sieht nach rechts.
Boris Tadic ist das erste Staatsoberhaupt, dass sich für den Krieg entschuldigte. (reuters)
Mehrwert

Excavations at the Prehistoric Burial Tumulus of Lofkënd in Albania:

Excavations at the Prehistoric Burial Tumulus of Lofkënd in Albania:

A Preliminary Report for the 2004–2005 Seasons John K. Papadopoulos, Lorenc Bejko, and Sarah P. Morris Download Full Text PDF Secondary Image Lofkënd burial tumulus Exploration of an Early Iron Age burial tumulus at Lofkënd in Albania offered a unique opportunity to examine the formative period immediately preceding the founding of Greek colonies on the coast and how such a prominent burial place functioned in relation to a particular group, or groups, of people in Illyria. We anticipated that the investigation of a major burial site predating both the colonial foundations and the majority of the so-called protourban centers in the region would lead to a better understanding of the processes that contributed to the rise of urbanism in Illyria. This report presents a preliminary account of the 2004 and 2005 excavation seasons, during which time more than 60 burials were cleared. Mortuary customs are discussed and a brief account of a DNA study is presented. Various finds from the fill of the tumulus and a soil analysis provide important new evidence on tumulus formation. We review the chronology of the site and present the preliminary results of a fully textured three-dimensional model of the mound and its tombs. Comparison with sites to the north and south, particularly in Epirus, may have far-reaching implications for Early Iron Age Albania and Greece.

http://www.ajaonline.org/index.php?ptype=content&aid=250

http://www.ajaonline.org/pdfs/111.1/AJA1111_Papadopoulos.pdf

Overstretched UK forces will hinder operational capability, says report

Jane’s

Intelligence and Insight You

Non-Subscriber Extract

Overstretched UK forces will hinder operational capability, says report

06 July 2007

Abdullah Gül

Abdullah Gül (Foto: DPA)

Gericht erklärt die Reform für rechtmäßig

Damit wird der Weg frei für eine Volksabstimmung über die Reform, die unter anderem eine Direktwahl des Staatspräsidenten vorsieht. Nun wird gerätselt und gerechnet, sicher scheint jedoch: Es ist der Beginn einer neuen Türkei.

Politik ist kompliziert, türkische Politik ist komplizierter. Niemand weiß das besser als die Leid gewohnten Kommentatoren und Experten der türkischen Medien und Universitäten. Das Verfassungsgericht hat ein lange erwartetes Urteil gefällt, das aber nicht so ausfiel, wie alle es erwarteten. Nun wird gerätselt und gerechnet, sicher scheint jedoch: Es ist der Beginn einer neuen Türkei.

Die Fakten: Im April warnte das Militär, es werde keinen Führer der islamisch orientierten Regierungspartei AKP als Staatspräsidenten dulden. Dennoch versuchte die AKP, Außenminister Abdullah Gül vom Parlament zum Staatspräsidenten wählen zu lassen. Das scheiterte an einer höchst umstrittenen Entscheidung des Verfassungsgerichts Anfang Mai, das die Wahl aus verfahrenstechnischen Gründen annullierte. Weithin war man der Meinung, dass dies unter dem Druck der Militärs geschah. Nun wurden vorgezogene Parlamentswahlen erforderlich, die für den 22. Juli angesetzt sind.

Nach der Ohrfeige durch das Verfassungsgericht blies die AKP zum Gegenangriff und setzte Verfassungsänderungen durch, die auf einen Regimewechsel hinausliefen. Künftig sollte der Staatspräsident vom Volk gewählt werden. Das bedeutete einerseits ein zumindest semi-präsidielles System, andererseits eine scharfe Begrenzung des politischen Einflusses der Militärs. Traditionell war der Staatspräsident meist ein Garant ihrer Macht, seine Unterschrift ist erforderlich, um die Militärs beispielsweise dem Verteidigungsministerium zu unterstellen. Das wiederum ist eine Voraussetzung, um auf deren Rekrutierungs- und Personalpolitik Einfluss nehmen zu können. Bislang machen die Generäle das weitgehend unter sich aus.

Natürlich gab es gegen diesen AKP-Vorstoß Verfassungsklagen, von der Oppositionspartei CHP, die die Positionen des Militärs unterstützt, und vom äußerst pro-militärischen Staatspräsidenten Sezer. Es galt als abgemacht, dass das Verfassungsgericht in welcher Form auch immer ihren Einwänden stattgeben würde. Tat es aber nicht. Es schenkte der AKP eine Trumpfkarte, mit der nun gepokert werden wird. Die – verfahrenstechnischen - Einwände der CHP wurden mit dem Grund zurückgewiesen, die Klage komme zu spät, das Gesetz gelte bereits. Und Sezer ebenfalls abstimmungstechnischer Einwand wurde elegant umgangen mit dem Argument, das Gericht sei nicht zuständig.

Was das Verfassungsgericht dazu brachte, im Mai gegen die AKP und nun in ihrem Sinne zu entscheiden, darüber wird noch viel geredet werden. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass die Gerichtspräsidentin Tülay Tugcu mittlerweile in den Ruhestand trat. Vielleicht wollte man auch beweisen, dass man juristisch und nicht politisch denkt. Das Ergebnis ist eine neue Türkei, mit einem neuen politischen System. Am 21. Oktober soll das Volk per Referendum über die Verfassungsänderungen entscheiden. Eine Annahme der Äderungen ist wahrscheinlich, die Zustimmung liegt in Umfragen bei über 70 Prozent.

Eine Fülle von Varianten wird geboten. Eins: Die AKP gewinnt die Wahlen am 22. Juli, wartet bis zum Referendum im Oktober und lässt dann Abdullah Gül im November zur Präsidentenwahl antreten. Er gewinnt, die AKP hat alle Machtpositionen und kastriert politisch das Militär. Einwand: das ist aufgrund der gesetzlichen Fristen nicht fristgerecht möglich.

Das Parlament muss nach den alten Regeln einen Präsidenten wählen, er regiert sieben Jahre, erst der nächste wird nach den neuen Regeln gewählt. Gegeneinwand: Es gibt keine festgelegten Fristen, weil die Verfassung eine Situation wie diese nicht vorhersah. Zwei: Die AKP gewinnt die Parlamentswahlen, setzt nach den alten Regeln eine Präsidentenwahl durch das Parlament an, lässt sie scheitern und forciert so neue Parlamentswahlen, zeitgleich mit Präsidentenwahlen nach den neuen Regeln. Szenarien drei bis 33 würden den Leser strapazieren, werden aber diskutiert.

Das Militär wird nur regieren, wenn Gül oder ein anderer AKPler als Präsident durchgesetzt werden kann, meint der Militärexperte Nihat Ali Özcan. Dann werde es ganz sicher eine Reaktion geben. Die Frage sei, ob die AKP das riskieren wolle. Beide können alles verlieren, die AKP, wenn sie zu hoch pokert, und das Militär, wenn es unüberlegt eingreift.

Artikel vom 6. Juli 2007
http://nachrichten.netscape.de/Politik/Gericht-erklaert-Reform-rechtmaessig-407022709-0.html

|